Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Lockbucheintrag 09.02.2021

-Aylin ist eine Spielerin der Bunten Zellen

Es war Anfang Februar.

Vom Wetterbericht wußten wir,dass es schneien wird. Und tatsächlich schneite es. Es gab auf den Straßen Chaos. Die Bahn fuhr nicht mehr. Alles lag brach. Erst als sich der Verkehr beruhigte und die Straßen menschenleer wurden, bekam der Schnee romantische Züge, ein weißes Meer, das das gewohnte Bild vom Alltag überdeckt.

Drei Tage später sind wir mit meinem Mann spazieren gegangen. Die Sonne schien. Ich fühlte mich auf einmal wie in Brixen/Südtirol im Skiurlaub. Ich fühlte mich zurückversetzt in das Jahr 2010. Das zweitemal in meinem Leben war ich Skifahren. Das erstemal war ich in der sechsten Klasse. Da sind wir nach Brauenlage in den Harz gefahren. Ich konnte kaum deutsch. Dennoch hat mich mein Vater hat auf Klassenfahrt geschickt. So viel Schnee hatte ich zuvor noch nie gesehen. In Izmir, wo ich aufgewachsen bin, schneite es selten oder eigwntlich nie. Es ist eine schöne Stadt an der Ägäis. Ich war sehr sorglos und offen für alles. So habe ich auch ganz schnell Skifahren gelernt. Wenn man etwas einmal gelernt hat, dann erinnert man sich wieder, wie etwas geht und zu laufen hat. Diese Klassenreise war im Jahre 1981. Also Jahre später , um genau zu sein 29 Jahre später war ich wieder Skifahren. Es war eine wunderbare Landschaft. Ich habe mich wieder in die Zeit zurück versetzt. Dieses Mal war ich nicht allein. Mein Mann und meine Tochter waren auch dabei. Mein Mann konnte schon Skifahren. Für meine Tochter war es das erste mal. Sie war auch in dem Alter, als ich das erste Mal Skifahren war. Anders als damals, war ich hier ein Vorbild für meine Tochter. Ich musste ihr zeigen, dass ich keine Angst habe. Ich hatte einen großen Respekt vor dem Skifahren. Man war nicht so sorglos und frei wie ein Kind. Wir waren beide in der Skischule. Sie war in der Kindergruppe und ich bei den Erwachsenen. Ich hatte Glück. Bei mir in der Gruppe waren wir zu Dritt. Mein Skilehrer hieß tatsächlich Adolf. Ich war etwas irritiert mit dem Namen. Er war sehr nett, der Adolf, daran konnte ich mich wieder erinnern. Es war ein gelungener und lustiger Skiurlaub gewesen. Wir Menschen vergessen nie das Erlebte.

Kommen wir wieder zurück in die Gegenwart. Also so viel Schnee weckte in mir diese positiven Erinnerungen. Ich war glücklich. Mit voller Inbrunst und Freude legte ich mich auf den Schnee, bewegte mich hin und her und war ein Schneeengel. Es dauerte nur einige Sekunden, aber ich fühlte mich super. Es war eine gelungene Abwechslung in der Lockdown-Zeit. Ich habe mich wieder wie ein Kind gefühlt.

Sooooooo frei und sorglos!

Kontakt

Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten TalenteVorarlberger Damm 112157 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten TalenteVorarlberger Damm 112157 Berlin
030 8 55 42 06Fax 030 8 55 43 78E-Mail senden
LeitungEva Bittner, Prof. Johanna Kaiser

Förderung

Die Werkstatt der alten Talente in der Trägerschaft des Nachbarschaftsheims e.V. wird seit 2008 unterstützt durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF), weiterhin gefördert vom Deutschem Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Eine projektbezogene Förderung erfolgt vonseiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Förderverein

Der Förderverein des
THEATERS DER ERFAHRUNGEN e. V.
ist gemeinnützig und unterstützt die Arbeit des Theaters ideell und materiell.

Mehr dazu