Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Ferienschulprojekt

Theater macht Schule!

Auf neues Terrain begab sich das Theater der Erfahrungen mit einem dreiwöchigen Ferienschulprogramm.

Gefördert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie können zugewanderte und geflüchtete Kinder und Jugendliche auch außerhalb des Regelunterrichtes in Ferienschulen ihre Sprachkompetenzen in Deutsch auf- oder ausbauen. Dabei sollen Teamfähigkeit und Spaß am gemeinsamen und individuellen Lernen – durchaus mit kreativen Methoden – vermittelt, sowie die Möglichkeit geboten werden, Berlin als Lebensort für sich zu entdecken.

Das wird im Allgemeinen von Jugendeinrichtungen übernommen, dieses Mal jedoch vom Theater der Erfahrungen.

So kamen unter der Leitung von Dieter Bolte von 24. Juni bis 12. Juli 2019 rund 16 Kinder und Jugendliche, die Deutsch als Fremdsprache lernen, zum Spielen und Lernen im Flipperklub in Schöneberg zusammen.

Unterstützt von einem Team aus sieben professionellen und ehrenamtlichen Helfer_innen, lernten die Kinder und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren überwiegend vormittags Sprache, während nachmittags dann - theaterpädagogisch angeleitet – gespielt wurde.

Spielerische Sprachvermittlung!

Die Pädagoginnen - Ursula Kohler: Lehrerin für Deutsch, Martine Schoenmakers und Petra Newiger: Theater und Alexandra Lorenz: Musik - stimmten sich täglich ab. So bauten theatralische Spiele auf zuvor Gelerntem wie Vokabeln oder Sprachbildern auf. Oder auch anders herum: was zuvor spielerisch erkundet war, wurde im Sprachunterricht in Form von Sprachfamilien aufgenommen und erweitert.

Um den unterschiedlichen sprachlichen Niveau-Stufen gerecht zu werden – von fast gar keinen Kenntnissen bis hin zu fließendem Deutsch – wurden die Lernenden in drei Gruppen aufgeteilt. Diese ‘Lerninseln‘ betreuten neben Ursula Kohler auch Michael Szych (Bundesfreiwilligendienst Leistender), Stephanie Greenwald (Praktikantin) und Marie Voigt (Praktikantin).

War beim Lernen eine Aufteilung wichtig, entstand beim gemeinsamen Mittagessen und den Theater-, Bewegungs- und Musikspielen eher ein Zusammenhalt aller.

Fehlte beispielsweise an einem Tag ein Junge aus Syrien, fragte gleich ganz besorgt ein peruanisches Mädchen – wenn auch mit Händen und Füssen – besorgt nach ihm.

Natürlich gab es auch immer wieder Pausen, während der die Kinder und Jugendlichen mit gambischem, syrischem, brasilianischem oder peruanischem Hintergrund Billard oder Tischfußball spielen, aber sich auch an Skateboard oder Einrad ausprobieren konnten.

Das gemeinsame Erlebnis stand auch bei zwei Ausflügen in Schwimmbäder im Vordergrund. Die ausgelassen spielenden Kinder wurden dabei von manch Einem aus dem Team eher besorgt beäugt – es könnte jemand verloren gehen!

Dem gegenüber wurden die Besuche im Technischen Museum und Museum für Kommunikation von allen gleichermaßen genossen und als anregend empfunden. Auch hier wieder spielerische Vermittlung – an beiden Orten standen das Mitmachen und aktiv Werden im Vordergrund. So konnte alle paar Meter gewogen, gezogen, bemessen, gehört und gespiegelt werden – von Jung und Alt!

Auch ein Besuch im Kino Cineplex-Neukölln wurde begeistert aufgenommen. Auf dem Programm stand „Aladdin“ (Tausend und eine Nacht). Und einen Vormittag lang trafen sich die Kinder und Jugendlichen mit älteren Spieler_innen im Theater der Erfahrungen. Hier ging es um das Suchen nach Ausdrucksformen jenseits der Sprache, dafür mit viel Bewegung, – was alle Beteiligte immer wieder belustigte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kinder und Jugendlichen eine hohe Bereitschaft zum Lernen zeigten. Außerdem bewiesen sie einen ausgeprägten Sinn für gemeinschaftliches Spielen – natürlich auch eine große Lust auf gemeinsame Unternehmungen – und das trotz des hohen Altersunterschiedes.

Allerdings war es schade, dass in der letzten Woche fünf Kinder mit ihren Familien in den Urlaub aufbrachen und somit fehlten.

Dennoch waren es lernintensive und zugleich lustvolle drei Wochen für die Kinder und Jugendlichen sowie anregende, wenn auch arbeitsintensive, Wochen für das Team.

Bereits 2016 hatte das Theater der Erfahrungen mit geflüchteten Kindern, deren Deutschkenntnisse gering waren, gearbeitet.

Im Rahmen einer Projektwoche bestritten ältere Spieler_innen gemeinsam mit einer Willkommensklasse der Werbellinsee-Schule einen Theater-Workshop - dabei kamen unterschiedliche Methoden wie Musik, Rhythmus, Tanz, Kostümbild, Puppenspiel und Jonglieren zum Einsatz.

Von dieser Projektwoche gibt es die filmische Dokumentation „Beglückende Tage“ von Prof. Johanna Kaiser. Im Theater der Erfahrungen gibt es die gesamte Version als DVD und hier finden Sie einen kurzen Trailer.

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Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten Talente
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