Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Werkstatt der alten Talente

Interkultureller Schmelztiegel

Unruhe schafft Reibung schafft Miteinander: Gezielte Projekte sollen Reibungsflächen öffnen und zum Austausch von Positionen und Emotionen anregen - mal über die Straße, mal über die Kontinente hinweg.

Unruhe in den Gruppen:  Nach Reibung und Austausch sehnten sich die 'Grauen Zellen' und kamen 2005 mit älteren Berliner_innen türkischer Herkunft zu gemeinsamen Proben zusammen. Man erzählte sich von Kindheit und Jugend, von der Ungleichbehandlung der Mädchen und Jungen, vom Verlassen 'der Heimat' und vom (unvollendeten) Ankommen in der neuen. Und merkte schnell, Manches war so unterschiedlich nicht in der Türkei und Deutschland. Die Idee, über Improvisationen diese Geschichten, auf die Bühne zu bringen, war dann nur noch ein kleiner Schritt. Noch im Sommer hatte Allet janz anders - aber so verschieden nu ooch wieder nich! - Herşey farklı - fakat o kadar da farklı değil şimdi yani!   Premiere, ein zweisprachiges Theaterstück. Aus Grau wurde Bunt und die nun Bunten Zellen entwickelten ihr eigenes Repertoire, natürlich zweisprachig, und führen dies überwiegend in Schulen und an interkulturellen Orten auf. Daneben bestritt die Gruppe mehrere Theater-Workshops mit Jugendlichen und ging auf Gastspielreisen, unter anderem nach Bademler (Türkei).
Auch die Sultaninen im Nachbarschaftsheim Neukölln sind nicht untätig geblieben. Hier finden Senior_innen unterschiedlicher Herkunft durch gemeinsame Theaterarbeit zueinander.

Unruhe im Alter: Zwei Jahre lang wurde diskutiert, entwickelt und geprobt: über dreißig Spieler_innen aus allen Gruppen des Theaters der Erfahrungen, Theaterpädagog_innen, eine Live-Musikkapelle, Bühnenbildner, Kostümschneiderinnen und Choreographen arbeiteten sich durch die Folgen einer zunehmend funktionalen Geselllschaft. Heraus kam ein Dauerbrenner vor stets ausverkauftem Haus, auf deutsch und türkisch: Altes Eisen / Eskimi? Demir - ein Musical über das Alter, über die immer währende Sehnsucht nach der Großen Liebe und über die Suche nach Ersatzteilen für die müder werdenden Knochen.

Unruhe im Regenwald: Studierende der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule, Jugendliche aus dem Kirchenkreis Neukölln, Spieler_innen des Theaters der Erfahrungen und Kulturschaffende aus Ecuador trafen aufeinander: Tausende von Kilometern und Lebensjahre lagen zwischen ihnen. Doch einte alle das Streben, mit Kultur den jeweiligen Lebensraum zu gestalten, auf Missstände aufmerksam zu machen und Veränderungen herbeizuführen.
Drei Wochen lang tauschte man sich mittels kulturpädagogischer Methoden über Themen wie Globalisierung, Klimaerwärmung und deren Konsequenzen aus, auch wurde erzählt, musiziert und Theater gespielt. Motto:
Austausch sprengt Grenzen - intercambio salta fronteras.

Als weiteres Beispiel für die transkulturelle Arbeit des Theaters der Erfahrungen ist die
Projektwoche mit Willkommensklasse zu nennen -  ein Theater-Workshop mit Spieler_innen des Theaters der Erfahrungen und einer Willkommensklasse der Werbellinsee-Grundschule. Im Juli 2016 näherten sich Kinder und Alte eine Woche lang, unterstützt von Künstler_innen aus verschiedenen Disziplinen, einer Geschichte um zunächst bunter, dann schwarzer, Raben. Dabei kamen Musik, Rythmus, Tanz, Kostümbildnerei, Puppenspiel und Jonglieren zum Einsatz.

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Kontakt

Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten Talente
Vorarlberger Damm 1
12157 Berlin
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Tel 030 / 8 55 42 06
Fax 030 / 8 55 43 78
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Leitung
Eva Bittner, Prof. Johanna Kaiser

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Der Förderverein des
THEATERS DER ERFAHRUNGEN
ist gemeinnützig und unterstützt die Arbeit des Theaters ideell und materiell.

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