Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Auch Karin wird zur Märchenoma

Grusel im Sonnenschein

„Oma, erzählst du mir eine Gruselgeschichte?“, bittet mich mein fünfjähriger Enkel … Wir haben uns im Park am Humannplatz getroffen: Papa mit Sohn und Oma. Soviel hat Jannick (mein Enkel) schon von „Corona-Caracho“ kapiert, dass wir uns nicht knuddeln dürfen.

Mein Sohn trifft zufällig gleichaltrige Freunde, sie quatschen angelegentlich. Jannick hat das Spielchen mit den Seifenblasen satt und richtet mit herzerwärmendem Augenaufschlag diese Bitte an mich.

Bei diesem prallen Sonnenschein – eine Gruselgeschichte im Freien! Wir sind an einer Rundbank um einen dicken Baum. Dort platziert sich der Knabe und ich stehe im gebotenen Abstand. Inspiriert von dem Baum erzähle ich laut: In einer uralten Buche am Waldesrand  war ein riesengroßes Loch, aus dem es röchelt ... ein Bübchen nähert sich neugierig ... da reißt ein behaartes Ungeheuer mit seinen großen, glitschigen Pfoten das Kind in eine schwarze, brodelnde Tiefe … Jannick macht große Augen. Ich deklamiere mit ausladenden Bewegungen. Mich treffen zweifelnde Blicke der Freunde meines Sohnes …

Schnell zum Ende!!!

Ein Held (woher auch immer) erdolcht das Ungeheuer. Das Kind gelangt in Freie, in die Sonne … Uff!!!

Ich falle zusammen und frage: „Haste dich gegruselt?“

„Gerade mal so, Oma“