Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Diethelm rapt zu 40 Jahren Theater der Erfahrungen - auch wenn's lang ist, unbedingt reinhören!

Und hier die Hörfassung und weiter unten dann die Textfassung.

“Das TdE wird 40 heut’”: eine Liebeserklärung!

REFRAIN

Das TdE wird vierzig heut’, wird vierzig heut’, wird vierzig heut’,
das ist für alle eine große Freud’, für alle eine große Freud’!

Vor drei Wochen sollte es so klingen,
bei einer Gala wollten wir das TdE besingen
In der UfaFabrik  feiern, tanzen und spielen.
Mit Freunden, mit Fans, mit Unterstützern, den vielen.
Vieles andre war geplant, - bis Corona kam
und uns erstmal jede Perspektive nahm.

Und jetzt grad erst recht, und trotz alledem
soll dieser Rap /  an euch alle geh’n,
die, wie ich, zu Hause sitzen, vielleicht Däumchen dreh’n
oder im VD1 / nach dem Rechten seh’n.
Laßt uns jetzt so tun,/ als ob Geburtstag wäre
und nehmen der Lage etwas ihre Schwere ...

REFRAIN

Zunächst war’n sie gänzlich unbekannt, 

eine kleine Gruppe am Rand rumstand,

am Rand der Gesellschaft,  könnte man sagen,

denn wer wollte wohl zu denken wagen,

dass die Alten jetzt auf die Bühne wollen,

viele fragten sich, was die da wohl sollen...

Sind so gut versorgt, die können doch schweigen

und müssen nicht der ganzen Welt zeigen,

was geschehen ist im Leben,
was passiert im Alter

das sind doch - bitte schön! – keine Gestalter!
Tja, weit gefehlt! Das sollte sich zeigen,

und los ging er schon, der ganze Reigen!

Wer hätte geahnt, wo das einmal mündet,
als Eva die Gruppe der Spätzünder gegründet’,
Seniorinnen wollten Theater spielen,
und kamen mit Ideen, sehr, sehr vielen.
Die 80er Jahre, es gab Themen, die sich lohnten.
Bei denen sich die Spielerinnen keinesfalls schonten.

Zum Beispiel: Wie hab’ ich erlebt, die Nazizeit?
Wie war ich, wo war ich, wozu war ich bereit?
Solche Fragen kamen hoch, waren virulent,
die Auseinandersetzung teils vehement.
Es wurde heiß diskutiert, gekämpft, gerungen
gefeilt, geprobt, getanzt und gesungen.

Das war kein Selbstzweck, sondern kreativ
und im Endeffekt auch sehr produktiv!
Das Ergebnis sind Stücke, teils ernst, aber auch heiter,
denn eins ist klar: mit Humor kommt man weiter,
auch wenn’s schwierig wird oder grade dann,
hilft ein fröhliches Wort so dann und wann.
Dabei geht es bei allem um das richtige Maß,
so fehlt bei schweren Themen eben auch nicht der Spaß….

Eva hat die Gruppe durch 40 Jahr’ begleitet

und auch heute, wenn sie die Probe leitet,

ist viel Raum für Gespräche, Ideen, Diskussion,
etwas ruhiger als früher ist es aber schon!

REFRAIN

Die Grauen Zellen waren die nächsten,

die begannen zu spielen und zu texten,

denn das sei gesagt, so ganz nebenbei:

Fertige Stücke sind uns einerlei!

Wir schreiben selbst, aus unsrer Erfahrung,

da haben wir immer reichlich Nahrung
für Ideen und Rollen und Stücke gar,

da werden manche Träume wahr!

Dann kamen sechs Türkinnen und Türken dazu
die Gruppe war verändert im Nu!

Die jetzt Bunten Zellen spielten zweisprachig los, 

fanden Erfahrungsbilder ganz famos,

zum Beispiel zu Flucht und Migration

oder Gentrifizierung und Spekulation.

Johanna war immer zu vielem bereit,

Svenja kam dazu quasi in jüngster Zeit.

Und dann fiel die Mauer, und der Ostschwung begann,
“Mauern überwinden” war das Programm,

zwischen Ost und West, zwischen Alt und Jung,
Dieter kam dabei so richtig in Schwung!
Und mit ihm die Gruppe. Sie schauen geschickt
auf Themen wie Liebe, den Generationenkonflikt,
setzen sich mit Fragen zu Demenz auseinander,
mit Tiefgang, mit Humor - ein schönes Miteinander!

REFRAIN

Das alles geht nur, weil wir Hilfe haben,

und das seit den allerersten Tagen

von Profis, die sich wirklich trau’n,
mit uns Alten gemeinsam etwas aufzubau’n,
und uns Tipps geben, die Geduld nicht verlieren,
weil sie – zu unserm Glück – bei uns spüren,
dass wir Lust haben uns und was zu bewegen,

und weil sie uns immer zu Neuem anregen,

mit Impros, mit Übungen, mit ihren Ideen,

die dann später plötzlich völlig anders aussehen!

Sie zaubern Kostüme, die uns glänzen lassen, 

Bühnenbilder, die zu unserm Stück passen...
Vielen Dank euch Profis, es ist einfach fein,

in euren Armen aufgehoben zu sein!

Last but not least will ich ein Loblied singen,
auf die, die sorgen für gutes Gelingen!
Sie basteln Flyer, machen Werbung, suchen Orte zum Spielen,
fahren rum und bauen auf, bei Auftritten, den vielen,
sie räumen ab und auf, während wir vielleicht schon tanzen!
sie organisieren, telefonieren, kümmern sich um Finanzen!
Sie pflegen die Website mit großer Raffinesse,
erfinden Texte dafür - und auch für die Presse.

Und dann die Buftis und die vielen Praktikanten,
die wir im Laufe der Jahre kannten!
Ob für kurz oder länger, sie brachten guten Schwung
in unseren Austausch von Alt und Jung.

Euch allen gilt jetzt unser Dank!
Besonders Haldor und Peter und Martin und Frank:
Ihr leistet so viel, was kaum offensichtlich ist,
befasst euch auch hier und da auch mit manchem Mist,
der halt sein muß bei solch einem Betrieb!
Seid versichert: Wir alle haben euch lieb!
Auch wenn ihr manchmal müßt euch die Haare raufen:
Ohne euch würde hier der Laden nicht laufen!

Es ist ein schönes Miteinander, das da geschieht,

auch wenn es manchmal nach Kampf aussieht,
wenn unsre Meinungen kräftig aufeinander prallen

und manche dann zeigen ihre Krallen!
Wenn jeder will spielen die erste Geige

(außer mir, der ich dazu ja nicht neige!!!).

Für alle nicht einfach, aber nötig und gut,

denn es braucht manchmal auch ein wenig Wut!

in Energie umgesetzt wird sie dann lebendig,

auf der Bühne - und auch im Leben ständig.



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Kontakt

Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten TalenteVorarlberger Damm 112157 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten TalenteVorarlberger Damm 112157 Berlin
030 8 55 42 06Fax 030 8 55 43 78E-Mail senden
LeitungEva Bittner, Prof. Johanna Kaiser

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Die Werkstatt der alten Talente in der Trägerschaft des Nachbarschaftsheims e.V. wird seit 2008 unterstützt durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF), weiterhin gefördert vom Deutschem Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Eine projektbezogene Förderung erfolgt vonseiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Förderverein

Der Förderverein des
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ist gemeinnützig und unterstützt die Arbeit des Theaters ideell und materiell.

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