Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Theater der Erfahrungen

Die Bunten Zellen

Aus Grau mach Bunt: die deutsch-türkische Altentheatergruppe Bunte Zellen

Frech, charmant und voller Witz verstehen sich die Bunten Zellen als Sprachrohr der kleinen Leute und nehmen kabarettistisch aufs Korn, was ihnen das Leben so zuspielt. Als Graue Zellen 1983 gegründet, trafen zehn neugierige Spieler_innen im Jahr 2005 auf sechs ältere Frauen und Männer türkischer Herkunft und seitdem ist nichts mehr, wie es war: Die Bunten Zellen waren geboren. Inzwischen ist die Gruppe auf 17 Mitglieder gewachsen.

Neben wöchentlichen Proben und Auftritten bestritten die ‚Bunten Zellen’ auch mehrere Workshops - so mit Kindern, Jugendlichen, Studenten und Erwachsenen.

Hier sei beispielhaft die Projektwoche mit Willkommensklasse genannt - ein Theater-Workshop mit den Bunten Zellen und einer Willkommensklasse der Werbellinsee-Grundschule. Im Juli 2016 näherten sich Kinder und Alte eine Woche lang, unterstützt von Künstler_innen aus verschiedenen Disziplinen, einer Geschichte um zunächst bunter, dann schwarzer, Raben. Dabei kamen Musik, Rythmus, Tanz, Kostümbildnerei, Puppenspiel und Jonglieren zum Einsatz.

Darüber hinaus gingen die ‚Bunten Zellen’ im Oktober 2007 auf eine Gastspielreise durch Griechenland - in Thessaloniki, Volos und Athen zeigten sie zwei Inszenierungen und gaben mehrere Workshops mit Jugendlichen und Erwachsenen.

Andere Theatergruppen aus dem Ausland konnten die ‚Bunten Zellen’ während drei Tourneen kennen lernen – so nahmen sie im Mai 2007 am Internationalen Theater-Festival in Donzdorf und im Oktober 2008 sowie Oktober 2014 an den Internationalen Amateurtheatertagen in Hanau teil.

Im April 2009 spielten die ‚Bunten Zellen’ auf Einladung des Anatolischen Kulturzentrums in Göttingen und im Februar 2010 in Genf (CH) und Annecy (F) – diesmal eingeladen von einem alevitischen Kulturverein.

Zuletzt begab sich die Gruppe auf Gastspielreisen in die Türkei (Nähe Izmir) 2012 und nach Polen (Słupsk) 2013.

Eine besondere Reise - zusammen mit forschenden Studierenden - stellte die Reise nach Bademler dar.

Für ihre interkulturelle Arbeit nahmen die Bunten Zellen im Dezember 2008 den Preis für den 2. Platz der begehrten Berliner Tulpe aus den Händen des Regierenden Bürgermeisters entgegen.

Leitung: Johanna Kaiser und Svenja Krebs

Das aktuelle Repertoire der Gruppe besteht aus vier Stücken:

Allet janz anders - aber so verschieden nu ooch wieder nich!
- Herşey farklı - fakat o kadar da farklı değil şimdi yani! (2005)

Was verbindet die deutsche mit der türkischen Kriegs- und Nachkriegsgeneration? Gibt es Gemeinsamkeiten oder bleibt man sich fremd? Das Stück spielt in einem alten Museumskeller, in dem mehrere Ein-Euro-Jobber zunächst lustlos in den alten Akten stöbern und vergessene Statuen abstauben. Dann aber stoßen sie auf allerhand Gegenstände, die in die eigene Vergangenheit führen. Gespielt und gesungen wird in zwei Sprachen, untermalt von Akkordeon und Saz führte die Produktion schon auf Tournee nach Griechenland und in die Türkei (Bademler).

Blauer Büffel (1998, uminszeniert 2007)

Ein Arzt versetzt die alte Frau Pumperding in Hypnose, davon werden die giftgrüne Galle, der gestresste Magen und die ermüdete Wächterin der Eierstöcke plötzlich putzmunter und zeigen knallharte Szenen aus dem All-tag der Pumperding. Darin geht es neben Familienstress und Ärger auf dem Amt auch um die Liebe. 
Mit Blauer Büffel bringen die Bunten Zellen erneut eine komische Revue mit viel Gesang und Witz auf die Bühne.

Mauerstückchen (2010)

Ausgehend von der Frage "Was hast du eigentlich am 09. November 1989 gemacht?" entwickelte die Gruppe Szenen aus ost- und westberliner und türkischer Sicht auf den Fall der Mauer.
Alles unter dem Motto:
Die Mauer fällt und die familiäre Fassade gleich mit.
Die Mauer fällt, aber wann dürfen wir uns darüber freuen?
Die Mauer fällt und aus harmloser Oma wird ein Langfinger.

Berliner Pflanzen - Berlinli Bitkiler (2012)

Das Stück rückt mit viel Musik und skurrilen Figuren dem hauptstädtischen Thema "Gentrifizierung" zu Leibe.

Ein Mietshaus soll verkauft werden. Herr Keskin hat Interesse. Eine Bank will Kasse machen.
Doch auf den Balkonen der Mieter_innen stehen Pflanzen aus aller Welt und keine möchte im Baustaub vertrocknen oder in einen Großblumenkasten in Stadtrandlage umgesetzt werden. Die Sorge um das traute Heim und die gewachsenen Freundschaften treiben bisweilen seltsame Blüten: Die "rote Tomate" kämpft im Nachtschatten gegen Verdrängung. Der sonst stachlige Kaktus entdeckt seine Nachbraschaft und flirtet mit der Raupe von nebenan. Der Investor erliegt dem Charme einer "Grünen". Siegt Geld oder Liebe?

Nach oben

Kontakt

Theater der Erfahrungen - Werkstatt der alten Talente
Vorarlberger Damm 1
12157 Berlin
Standort / BVG Fahrinfo

Tel 030 / 8 55 42 06
Fax 030 / 8 55 43 78
E-Mail senden

Leitung
Eva Bittner, Prof. Johanna Kaiser

Förderverein

Der Förderverein des
THEATERS DER ERFAHRUNGEN
ist gemeinnützig und unterstützt die Arbeit des Theaters ideell und materiell.

Mehr dazu